Unser Baby ist tot. Er wurde nur 8 Tage alt. Alles was in seinem kurzen Leben passiert ist steht in seinem Tagebuch beschrieben. In diesem Blog beschreibe ich regelmäßig wie ich mit diesem enormen Verlust und der Trauer umgehe. Wir kämpfen um ein glückliches Leben, ein Leben ohne unseren wunderschönen Joep.
Über einen Eintrag im Gästebuch würde ich mich freuen!
31.10.2017
Nicht nur Babys sterben unerwartet und zu früh
29.10.2017
Darf ich das fühlen? Darf ich sagen dass ich so fühle?
24.10.2017
The moment you left me
my heart was split in two,
one side was filled with memories,
the other side died with you.
I often lay awake at night
when the world is fast asleep,
and take a walk down memory lane
with tears upon my cheek.
Remembering you is easy.
I do it everyday,
but missing you is a heartache
that never goes away.
I hold you tightly within my heart
and there you will remain,
you see life has gone on without you,
but will never be the same.”
20.10.2017
Spenden
13.10.2017
Atmet er noch?
09.10.2017
Ich vermisse Joep
03.10.2017
Unsere erste Woche mit Baby zuhause
wir Mal unsicher sind und erklärt uns was seine verschnupfte Nase bedeutet, was wir evtl erwarten können wenn er wirklich erkältet wird. Durch sie fühlen wir uns auf alles vorbereitet und gestärkt.
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| Joeps Bruder und Papi |
27.09.2017
Joep ist jetzt ein grosser Bruder
25.09.2017
Die Geburt planen
Ich habe keine Angst vor der Geburt aber es ist noch immer sehr irreal. Auch weil niemand ausser uns weiss dass Joeps Bruder morgen geboren wird.
17.09.2017
Joeps Kuscheltiere bekommen neue Kinder in Afrika
06.09.2017
Post von Joep
05.09.2017
Zitat Papa: Mein Herz ist ein Speicherplatz voll Liebe für Joep
04.09.2017
Fotobuch
Der Anfang gelang mir gut, die ersten Stunden mit Joep waren so perfekt. Aber dann starb er nach nur 2 Stunden fast und stürzte unser Glück wie ein Kartenhaus zusammen. Es tat mir zu weh das Fotobuch weiter zu machen. Monate lang schaffte ich es nicht mehr mich damit zu beschäftigen. Ich fiel in ein tiefes Loch und so gerne wie ich mir seine Fotos und Videos auf dem Handy ansah, so schrecklich erschien es mir sie in ein Fotobuch zu stecken. Nach Monaten versuchte ich es noch einmal. Die Idee war die selbe aber wieder kam ich nicht viel weiter als das Erste mal. Ich bearbeitete alle Fotos in Photoshop um das Beste aus ihnen zu holen. Ich gestaltete die ersten Seiten und kam bis zum Tag an dem wir erfuhren das Joep sterben würde. Wieder brach ich es ab, ich hatte noch Zeit. Zu seinem Geburtstag sollte das Fotobuch eigentlich fertig werden also versuchte ich es Anfang des Jahres noch einmal. Ich schaute mir meinen letzten Entwurf an und war einfach nur unzufrieden. Ich hatte viel zu wenig Fotos gewählt. Manche Tage hatten nur eine oder zwei Seiten im Album, incl Text und das obwohl jeden Tag so viele Fotos gemacht wurden, obwohl ich doch so viel zu schreiben hatte. Jetzt gefielen mir auch meine Texte nicht mehr. Ich war unsicher, mein Deutsch ist nicht mehr gut, das Buch sollte perfekt werden. Was wenn ich auf einmal NL-Deutsch schreibe und ich mich dann für immer ärger? Ich überlegte meine Familie zu fragen ob sie mir mit den Texten helfen können aber das war mir zu aufwendig. Also wollte ich das Buch doch auf niederländisch machen. Warum auch nicht, mein niederländisch ist genauso gut wie mein Deutsch aber hier habe ich immerhin genug Holländer in meiner Umgebung die mir helfen können und es kontrollieren können. Und den Kritischsten habe ich sogar hier zuhause. Ich wollte die Texte also zusammen mit Rene verfassen aber jetzt fehlte mir die Energie doch wieder. Ich war wieder schwanger und ständig müde. Auf Joeps Geburtstag gab es kein Fotobuch, dafür hängen seine Fotos aber hier überall und was nicht geht geht nun mal nicht.
Vor zwei Wochen hatte ich dann Besuch von Eltern die auch ihren Sohn verloren haben und seine Mama hatte ein kleines Fotobuch bei sich das ich mir am Strand angeguckt habe. Es war ganz anders als das was ich eigentlich wollte aber es war wirklich schön. Es war quadratisch, klein und ohne Texte. Und plötzlich wusste ich dass das die Antwort auf mein Fotobuchproblem war. Ich bin zu perfektionistisch und ich schaffe es einfach nicht ein perfektes Buch mit Text zu machen, noch nicht. Ein quadratisches Buch, mit jeweils einem Foto pro Seite, das ist einfach zu machen und es wirkt wirklich super! Außerdem habe ich die Möglichkeit dann zu jeder Seite etwas zu erzählen, vielleicht fragen mich die Leute ja sogar etwas zu den Fotos und ich kann dadurch von Joep erzählen. Ich entschied mich dazu keine Fotos von der Geburt ins Fotobuch zu machen, denn wenn Besuch kommt ist das vielleicht nicht was sie wirklich sehen sollten? Ich versuchte so wenig wie möglich Nippel in meinem Buch zu verarbeiten aber so ganz ohne ging es nicht weil ich Joep auf den Fotos auf denen wir zusammen sind meistens aus der Brust liegen habe. Aber mich stört es nicht und den Besuch hoffentlich auch nicht. Ach ja, das ist dann nicht mein Problem.

Das Buch gestaltete sich innerhalb weniger Stunden quasi von selbst. Ich hatte keine Probleme mehr, ich musste nicht mehr puzzeln welche Fotos in welchem Format von welchem Tag auf welcher Seite stehen sollten. Die Position der Fotos machte nichts mehr aus, auf jeder Seite steht genau ein Foto.
Heute habe ich Joeps Fotobuch bei der Post abgeholt und was soll ich sagen. Ich bin stolz darauf! Es ist ein tolles Buch. Es ist einfacher als ich es ursprünglich wollte aber dafür ist es in seiner Art perfekt. Zu Boefs Geburt haben wir ein Fotobuch von seinem Bruder. Ich wollte so gerne ein Fotobuch haben wenn nachher all der Besuch kommt. Ich wollte so gerne dass jeder selbst sehen kann ob sie sich ähnlich sehen.
3. Trimester
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| 32. SSW |
Aber ich sollte auch etwas zum 3. Trimester schreiben. Mir geht es noch genauso gut wie im 2. Trimester. Es gab 2 Tage in denen Joeps Bruder sehr ruhig war, viel ruhiger als normal und ich machte mir Sorgen. Bei Joep hätte ich sicher nicht angerufen um zu fragen ob alles okay ist aber diesmal ging ich doch ins Krankenhaus. Er ist normal so stark und liebt seine Yogaübungen die dafür sorgen dass mein Bauch die verrücktesten Formen an nimmt. Aber jetzt fühlte ich schon seit 2 Tagen nur ganz leichte Bewegungen, ich fühlte Joeps Bruder aber er war so schwach dass ich mir Sorgen machte. Ich ging also ins Krankenhaus, ich zweifelte so lange ob gehen sollte oder nicht aber ich rief doch an und konnte sofort vorbei kommen. Es wurde ein CTG gemacht und ich fühlte mich wirklich wie die grösste Anstellerin. Alles in mir sagte dass ich keinen Grund habe hier zu liegen, dass alles einfach okay ist. Dazu kam dass das CTG im Kreisssaal gemacht wurde und ich Joep so nah war, er wurde nur ein paar Räume weiter geboren. Das war emotional wirklich schwieriger als die Sorgen die ich mir um Joeps Bruder machte. Vor allem weil der kleine Scherzkeks 3 Minuten nachdem ich am CTG lag wieder anfing mit aller Kraft zu treten und seine Yogastunde begann. Es war schön, eine halbe Stunde lang hörte ich seinen Herzschlag, ich fühlte ihn wieder so stark wie eh und je und auf dem Ultraschall sah auch alles gut aus. Natürlich war alles gut, ich wusste es, ich wusste dass ich mich anstellte aber ich durfte mich anstellen! Ich darf mich so viel anstellen wie ich will, Joep ist tot, lieber habe ich 10000 mal zu oft Angst als einmal zu wenig. Seit dem fühle ich Joeps Bruder wieder stärker, er ist nicht mehr so faul gewesen wie die 2 Tage und es gibt keinen Grund mehr mir Sorgen zu machen.
Ansonsten kann ich eigentlich nichts erzählen das abweicht von meiner Schwangerschaft mit Joep außer dass es mir körperlich sogar besser geht. Das liegt aber daran dass ich 2 Wochen eher aufgehört habe zu arbeiten und dass ich die ersten 2 Wochen im August nur halbe Tage gearbeitet hat. Ich hatte wieder solche Rückenschmerzen, die hatte ich bei Joep auch schon. Im oberen Rücken und sitzen ist einfach Gift für meinen Rücken. Diesmal war es mir egal, ich ging einfach schon 6 Wochen vor dem ausgerechneten Datum in Mutterschutz und sagte auf der Arbeit bescheid dass ich die 2 Wochen davor nur noch halbe Tage arbeiten würde. (Ein Hoch auf die Niederlande in der man sowas als Arbeitnehmer einfach selbst entscheiden kann.) Bei Joep habe ich die Schmerzen 'ignoriert', ich wollte funktionieren, ich wollte weiter arbeiten. Zwei Wochen länger arbeiten bedeutete zwei Wochen die ich nach der Geburt länger bei Joep zuhause sein konnte. Diesmal habe ich auf meinen Körper gehört und ich weiß dass ich das auch beim nächsten Kind so machen werde. Je besser es mir körperlich geht desto besser geht es mir mental. Dann nehme ich mir halt unbezahlten Urlaub!
Seit heute bin ich also in der 37. SSW, mir geht es soweit gut. Ich vermisse Joep noch immer, das wird sich nie ändern. Es war komisch Joeps Klamotten zu waschen und zu wissen dass er sie nie getragen hat. Dass sie jetzt für Joeps Bruder sind. Ich fühlte mich wie in einer Zeitreise. Es war wieder Januar 2016, ich bereitete alles für Joep vor. Ich wusch die gleichen Klamotten, ich wusch die gleichen Schubladen aus, dekorierte das selbe Regal. Natürlich wusste ich dass ich es dieses mal alles für Joeps Bruder tat und nicht für Joep. Aber es waren die gleichen Handlungen, ich habe das alles schon einmal gemacht. Es war nicht schrecklich oder so, es fühlte sich richtig an. Joeps Bruder verdient diese Klamotten genauso wie Joep sie verdient hat. Diesmal werden sie getragen, diesmal werde ich sehen wie sie meinem Sohn stehen, wie goldig und perfekt er aussieht in den Outfits die wir für ihn haben.
Das nächste Update das ich schreiben werde wird wohl über die Geburt gehen. Ich habe keine Angst vor der Geburt. Wir haben abgesprochen dass Joeps Bruder nach der Geburt von einem Kinderarzt untersucht wird. Die nächsten Wochen werden wir mit einem Kinderarzt reden um unsere Erwartungen an diese Untersuchung zu besprechen. Ich will sicher wissen dass Joeps Bruder keine Hirnblutung hat, ich will sicher sein ein gesundes Kind mit nach Hause zu nehmen. Aber vor allem will ich dass er nicht unnötig viel untersucht wird, er soll nicht zur Kontrolle im Krankenhaus bleiben wenn das nicht nötig ist. Sobald der Kinderarzt grünes Licht gibt fahren wir nach Hause. So schnell wie möglich! Ich freue mich soooo sehr ihn bald zuhause zu haben, zu kuscheln. Nur Rene, Joeps Bruder und ich im Bett, wir werden ihn stundenlang angucken, genau so wie wir seinen Bruder in uns aufgesaugt haben. Jeder Millimeter seines Körpers wird studiert. Was hat er von Papa? Was von Mama? Was hat er von Joep?
Ich bin froh und dankbar dass ich keine Ängste habe. Die hatte ich wirklich nur im ersten Trimester und das war hart aber ich bin davon überzeugt dass das durch die Fehlgeburt und Joeps Geburtstag kam. Nach dem Verlust seines Kindes kann man wieder schön schwanger sein. Es ist natürlich ganz anders als bei Joep, ich sitze nicht auf meiner rosa Wolke aber mehr als keine Ängste haben konnte ich mir nicht wünschen. Ich lebe von Tag zu Tag, von Woche zu Woche. Noch immer kann ich mir kaum vorstellen dass wir den Kleinen bald zuhause haben. Aber das ist okay für mich, bald ist er zuhause und dann werde ich mich sicher kneifen weil ich es sogar dann noch nicht glauben kann. Dass wir nach so langer Zeit tatsächlich wieder richtig Glück haben. Joeps Bruder ist unser grösstes Glück, ein gesundes Kind ist das grösste Glück. Nach all den Niederlagen werden wir wieder Glück haben, natürlich traue ich mich noch nicht mich darauf zu verlassen. Mein Leben hat mir 2016 doch sehr klar vor Augen gehalten dass nichts so läuft wie ich es mir wünschen würde, dass ich mich nicht darauf verlassen kann dass einfach alles gut geht! Aber 2017 war bis jetzt gut zu uns und ich hoffe dass es das auch bleibt.
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| 5 Tage vor der Geburt |
28.08.2017
Das Totenhemdchen - Gebrüder Grimm
15.08.2017
Jetzt wäre Joepi schon 1,5 Jahre alt
09.08.2017
Einen Traum den wir nur für Joeps Bruder träumen
Wir hatten quasi schon sein ganzes Leben erträumt. Joep würde clever sein und studieren, was genau war uns egal aber er würde im Leben was erreichen. Wir würden ihm immer ein gutes Vorbild sein. Joep würde gutes Essen lieben, wir träumten davon wie wir zusammen kochen würden und er nur das Beste gut genug fände. Das Beste und natürlich Pommes, Pommes würde er auch lieben, wie alle kleinen Kinder.
Wir träumten davon wie er mit anderen Kindern spielt und jede Menge Freunde hier in der Strasse hat. Wir fragten uns ob er der Anführer der Gruppe sein würde? Ob er den meisten Unfug von allen Kindern machen würde? Wir lachten bei dem Gedanken dass auf einmal andere niederländische Kinder "Scheisse" sagen würden und alle Eltern wüssten genau dass sie das von Joep gelernt haben weil ich zuhause meinen Mund nicht halten konnte.
Wir träumten davon dass Joep hellbondes Haar hat und sportlich ist. Wir träumten davon dass wir ganz oft mit ihm zum Strand gehen würden, wir wohnen so nah am Strand und Joep würde den Strand lieben und mit Papa riesen Sandburgen bauen!
Wir träumten davon wie er seine kleinen Schwestern beschützt und auf sie auf passt. Wie er es hassen würde wenn seine Freunde seine kleine Schwester toll fänden. Ja wir träumten davon dass er schnell ein Schwesterchen bekommen würde. Ein Junge und ein Mädchen, das schien uns so perfekt. Eventuell wenn die beiden was älter sind noch ein 3. Kind hinterher.
Alle Träume die werdende Eltern so träumen träumten wir für Joep.
Und dann auf einmal waren all die Träume es die unser Leben zur Hölle machten, wir träumten sie weiter aber wussten dass unsere Träume niemals Wirklichkeit werden würden. Es dauerte lange bis wir uns abgewöhnten zu träumen. Bis wir uns nicht mehr bei allem Neuen fragten wie Joep das wohl finden würde. Wie es wohl wäre wenn er jetzt gerade bei uns wäre. Bis wir andere Kinder ansehen konnten ohne daran zu denken dass Joep alles was sie tun nie tun wird.
Wir haben uns abgewöhnt zu träumen weil Träume uns so weh taten.Wir träumen nicht mehr von der Zukunft, unsere Zukunft sieht auch nicht mehr so rosig aus. Wir haben gelernt wie sehr es weh tut wenn Träume platzen.
Aber jetzt bin ich wieder schwanger, hoch schwanger. Ich will wieder träumen, für Joeps Bruder, von Joeps Bruder. Aber alle Träume haben wir schon für Joep geträumt. Die Träume haben sich ja nicht in Luft aufgelöst. Ich träume noch immer davon mein Baby nach der Geburt mit nach Hause zu nehmen, ihn zwischen uns ins Bett zu legen und ihn einfach zu bewundern. Ich träume noch immer davon mit meinem Baby raus zu gehen so dass Leute sehen wie hübsch mein Baby ist und sie uns auf ihn ansprechen. Ich träume davon wie stolz wir sein werden.
Joeps Bruder verdient auch seine eigenen Träume! Und genau da ist das Problem, wenn man doch schon alles geträumt hat was es gibt, was soll man denn dann noch träumen? Worauf sollen wir hoffen? Ich hätte gerne einen neuen Traum, eine perfekte rosa (oder babyblaue) Welt für uns und Joeps Bruder von der ich träumen kann, eine die nur für Joeps Bruder ist. Aber die gibt es nicht, es gibt nur eine allegemeine Babytraumwelt. Wahrscheinlich ist das beim 2. Kind immer so dass man kaum/keine neuen Träume hat. Man wünscht sich für all seine Kinder nur das Beste und darum träumt man auch nur vom Besten.
Natürlich träume ich auch davon dass Joeps Bruder klug und hübsch wird, viele Freunde haben wird und dass er ein glücklicher Junge werden wird.
Aber vor allem hoffe ich dass wir ihm alles geben können das er braucht um das zu erreichen, dass wir keine ängstlichen Eltern werden die ständig Angst davor haben dass sie ihr Kind verlieren können, weil wir wissen wie schnell das gehen kann. Wir wären die entspanntesten Eltern überhaupt für Joep gewesen, aber wie wir jetzt sein werden weiss ich nicht.
Wir haben kleine verhaltende Träume und Pläne für Joeps Bruder die wir so nicht für Joep hatten. Der erste Wunsch ist dass wir die ersten Tage alleine mit ihm sein wollen, dass ihn keiner ausser uns (und der Geburtshelferin die die erste Woche bei uns sein wird) anfasst. Einfach damit wir uns in Ruhe an ihn gewöhnen können. Bei Joep konnte ich nicht darauf warten dass jeder vorbei kommt um ihn zu bewundern. (Und im Krankenhaus wollte ich dann niemanden sehen und meine kurze Zeit mit ihm nicht teilen) Diesesmal wünschte ich dass das nicht nötig ist, wir wollen einfach unsere Ruhe mit ihm haben und unser junges Familienglück geniessen. Mal sehen wie wir das umsetzen werden. Rene und ich haben beide eine sehr grosse Familie und wenn jeder vorbeikommen will dann haben wir das Haus wochenlang voll. Ganz zu schweigen von den Freunden und Kollegen die alle so mit uns mitgelebt haben und sicher auch gerne unser neues Wunder bewundern wollen.
Ein anderer Traum den wir für Joeps Bruder haben ist dass er vor allem selbstgemachtes Essen isst. Das haben wir auch für Joep geträumt, aber im letzten Jahr haben wir uns was das betrifft weiter entwickelt. Wir haben letztens zum Beispiel selbst Joghurt gemacht und haben extra hierfür auf einem Bauernhof frische Milch gekauft (Die ich nicht trinken durfte...). Wir wollen gerne dass er weiss woher sein Essen kommt und er merkt dass es besser schmeckt wenn man es selbst macht als wenn man es fertig im Supermarkt kauft.
Wir sind noch auf der Suche nach einem Traum den wir nur für Joeps Bruder träumen und der nichts mit Joep zu tun hat. Aber ehrlich ist ehrlich, der einzige wirklilch neue Traum den wir haben ist dass wir davon träumen zusammen Joep zu besuchen. Wir träumen davon vorher in den Streichelzoo zu gehen der hier gleich um die Ecke ist und davon dass Joeps Bruder gerne seinen grossen Bruder besucht. Aber diesen Traum gäbe es nicht ohne Joep. Wir werden sehen ob wir einen Traum finden den wir nur für Joeps Bruder träumen.
Und wenn das nicht so ist dann ist auch das total in Ordnung. Der wichtigste Traum den ich für beide geträumt habe und jetzt für Joeps Bruder träume ist dass es die glücklichsten Jungs der Welt werden. Hauptsache Joeps Bruder wird glücklich!
08.08.2017
Mamakraft
03.08.2017
Gedenkdienst im Krankenhaus in dem Joep starb
Lange habe ich auf diesen Tag gewartet, ich habe ein paar mal nachgefragt wann dieser Dienst denn endlich sei und im Mai war es dann so weit. Einen Tag vor Muttertag hatten wir diesen Gedenkdienst.
Eine Woche zuvor waren wir schon einmal in Leiden wegen dem grossen Organscreening von Joeps Bruder. Das machte es jetzt leichter, das Parkhaus schnürte mir zwar wieder die Luft zum atmen ab aber nicht so sehr wie eine Woche zuvor. Diesmal mussten wir auch in ein anderes Gebäude in dem wir vorher noch nie waren und wir hatten die Möglichkeit nach dem Dienst noch etwas zu trinken und uns mit anderen Eltern aus zu tauschen.
Der Dienst begann, es wurden Geschichten und Gedichte vorgelesen, es gab zwei Musikanten die Musik spielten und alles war festlich geschmückt. Rene und ich waren in unserer eigenen Welt, sprachen nicht mit anderen Eltern. Es war sehr emotional aber es war auch ein schöner Dienst.
Man hatte die Möglichkeit vor dem Dienst ein Gedicht das man für sein Kind geschrieben hat via email zu verschicken dass dan vorgelesen wurde. Als der Brief mit der Einladung kam ging es uns nicht gut und ich habe nur die wichtigsten Informationen daraus beachtet. Wir mussten uns anmelden, wir mussten in einem bestimmten gebäude sein und es war im Mai. Am morgen vor dem Gedenkdienst habe ich dann nochmal alles gut gelesen und ärgerte mich enorm dass wir das Gedicht dass Rene für Joep geschrieben hat nicht eingereicht haben. Ich dachte jetzt ist es auch zu spät, dann haben wir halt pech.
Auf jedem Stuhl lag ein Programmheft und darin standen auch alle Gedichte die Eltern für ihre Kinder geschrieben haben. Joeps Gedicht stand nicht dabei und das machte mich traurig. Plötzlich wurde dann noch ein Gedicht vorgelesen dass von anderen Eltern erst am morgen eingereicht wurde und jetzt ärgerte ich mich richtig. Wir hätten einfach auch dreist sein sollen, dann wäre sein Gedicht vorgelesen worden anstatt nur in einem Heft zu stehen. Verdammte scheisse...
Während eines Liedes stand ich auch und ging zu der Frau die den Dienst leitete und fragte ob sie vielleicht auch unser Gedicht noch vorlesen konnte, von meinem Handy, von diesem Blog. Es war kein Problem und so wurde auch unser Gedicht noch vorgelesen. Natürlich war das für uns ein unfassbar emotionaler Moment! Es fühlte sich richtig an dass Joep diese extra Aufmerksamkeit bekam!
Der Höhepunkt des Dienstes war wohl der Moment in dem alle Namen von allen Kindern genannt wurden. Die Namen wurden in Etappen vorgelesen, unterbrochen durch Musik und Gedichte. Sobald der Name eines Kindes genannt wurde standen die Eltern auf, nahmen eine weisse Rose in Empfang und stellten diese Rose in eine grosse Vase die in der Mitte stand.02.08.2017
Momentaufnahmen
Oft wenn ich hier schreibe dann schreibe ich um meinen Frust ab zu bauen oder um meiner Trauer ein Ventil zu geben. Natürlich geht es mir nicht immer nur schlecht, wir haben mittlerweile auch wieder viele gute Momente. Jeder einzelne Eintrag ist eine Momentaufnahme. 100% wahr aber nicht representativ für die anderen Tage an denen ich nicht schreibe.
Wir lachen viel und man sieht uns wirklich nicht mehr an dass wir es noch immer so schwer haben. Einfach weil wir wieder funktionieren und es uns besser geht. Aber unser Leben ist noch nicht gut und Menschen die meinen Blog mitlesen wissen das und verstehen das. Der Rest der Welt scheint oft keine Ahnung zu haben. Da gehen wir in der Menge unter und man findet uns maximal langweilig wenn wir sagen dass wir keine Lust haben etwas zu unternehmen. Die Schwangerschaft ist da natürlich auch eine willkommene "Ausrede". Wir brauchen sie nicht einmal zu nennen, jeder scheint sie als Grund für alles zu akzeptieren. Mir geht es nicht gut? Ja es muss schwer sein wieder schwanger zu sein. Ich hab keinen guten Tag und will nichts unternehmen? Ja, schwanger ist man auch so müde. Dass das nur selten wirklich der Fall ist erkläre ich lange nicht immer. Sollen sie doch denken... Solang ich meine Ruhe habe :)
Aber mir ist auch wichtig dass jeder der hier liest versteht dass es immer nur Momentaufnahmen sind wenn ich hier schreibe und ich halt vor allem schreibe wenn es mir nicht so gut geht. Manchmal weiss ich nicht mal worüber ich noch schreiben könnte und plötzlich passieren wieder so viele Dinge die ich nicht schnell genug auf Papier bringen kann.
Ich bin nicht mehr so positiv wie ich früher war aber ich denke ich bin ein Stück positiver als ich hier rüber komme. Die meiste Zeit habe ich wirklich Hoffnung dass wir wieder glücklich werden, mein Leben besteht aus Trauer aber genauso allgegenwärtig ist die Liebe die ich nicht nur von Rene und Joep bekomme sondern auch von unseren Famlien und Freunden. Die Liebe die ich für so viele Menschen empfinde.
Unser Leben ist noch lange nicht gut. Richtig gut wird es wohl nie wieder werden aber wir werden wieder glücklich, ich weiss es und ich brauche diese Hoffnung auch.
Ich habe keine Ängste dass wir auch Joeps Bruder verlieren könnten, was das betrifft bin ich fast genauso naiv wie ich es auch bei Joep war. Das tut mir wirklich gut. Ich habe im letzten Jahr etwas gelernt und diese Schwangerschaft versuche ich nicht mehr mehr zu unternehmen als ich kann. Momentan besteht mein Leben aus arbeiten, essen und schlafen. Mehr schaffe ich nicht und das ist okay für mich. Bei Joep habe ich so gekämpft, trotzdem noch regelmäßig etwas zu unternehmen aber das ist jetzt einfach nicht mehr nötig. Ich nehme mir die Ruhe die ich brauche und wenn ich demnächst merke dass Vollzeit arbeiten auch zu viel wird dann werde ich auch weniger arbeiten. Ich stresse mich einfach nicht mehr so um Unwichtiges. Ich weiss was echte Probleme sind andere "Probleme" berühren mich viel weniger als früher.
24.07.2017
Regenbogen
Ich ging wieder früh ins Bett. Ich lag ihm Bett und surfte durchs Internet. Ich dachte nicht daran dass es jetzt genau 17 Monate her war dass dein kleines Herz seine letzten Schläge schlug. Der 23. ist ein Tag der nicht mehr so schwer ist wie anfangs, ich denke nicht mehr die ganze Zeit daran was genau war. Aber gestern um 21.15 guckte ich vom Bett aus kurz aus dem Fenster und da sah ich ihn. Einen riesigen Regenbogen! Genau vor unserem Schlafzimmerfenster. Genau über dem Friedhof, über dir und das obwohl es gar nicht wirklich regnete. Es waren die letzten Sonnenstrahlen und sie zauberten uns einen wunderschönen Regenbogen.
Papa kam zu Mama ins Bett und wir setzten uns vors Fenster um dein Geschenk zu bewundern. Papa sagte dass du bestimmt wusstest dass es mir nicht gut geht und dass du mir Kraft schickst und so war es auch. Mami fühlte sich sofort besser, wirklich wahr. Auf einmal wusste ich dass ich diese Woche wohl arbeiten kann und dass ich stark genug bin.Mama 💓
23.07.2017
Bruderliebe 💙💛
20.07.2017
Traum
Fast hätte ich diesen Traum vergessen. Seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich (endlich) wieder über Joep geträumt. Es war in der Nacht auf den 15.
Kurz danach wurde ich wieder wach und dachte wtf... Warum träume ich nie etwas schönes, warum kann er nie leben? Es dauerte eine Weile bis ich wieder einschlief...
Aber zu meinem Traum:
Ich lief über den Friedhof und entdecke eine komplett neue Ecke die mir wirklich gut gefiel. Sofort wusste ich: Joep sollte hier liegen und nicht da hinten zwischen den ungepflegten Kindergräbern. Ein Mitarbeiter vom Friedhof kam vorbei und wir redeten. Er erklärte mir dass es in diesem Stück nur wenig Kindergräber gibt aber dass wohl alle Gräber sehr klein sind weil hier Leute einer bestimmten Kultur begraben werden. In dieser Kultur ist es üblich die Beine und Arme vom Torso zu entfernen und sie so in möglichst kleinen Gräbern begraben werden.
Es störte mich nicht, ich wusste dass Joep hier liegen sollte und der Mitarbeiter vom Friedhof meinte dass das kein Problem sei. Ein paar Minuten später kam er mit Joep zurück. Joep lag in seinem Korb, das neue Grab war schon ausgehoben aber auf einmal hatte ich Zweifel. Was würde Rene sagen? Also rief ich Rene an und Rene kam sofort vorbei. Rene öffnete den Korb aber ich traute mich nicht rein zu schauen. Zu oft habe ich darüber nachgedacht wie Joep jetzt wohl aussehen wird... Rene meinte dass es gar nicht so schlimm sei, er gab ihm von einer Skala 1-10 noch immer eine 7. Ich schaute mir Joep nicht an.
Wir entschieden uns ihn zurück in sein ursprüngliches Grab zu legen, dass es doch besser ist wenn er bleibt wo er war. Wir trugen ihn zusammen zurück zu den Kindergräbern. Ich fühlte dass sich drinnen etwas bewegte, es fühlte sich an wie kleine Kiesel Steine die durch unsere Bewegung hin und her flogen. Die Erde rieselte auf meine Arme als ich Joep ein Stück alleine trug und ich fragte mich wie viel Dreck wohl bei ihm in seiner Kiste sei. Ich wunderte mich dass ich ihn gar nicht riechen konnte. Wenn er doch eine 7 war... Dann sollte ich etwas riechen?
Als wir wieder bei seinem Grab ankamen war das ganze Stück Friedhof auf dem er lag irgendwie leer. Alle Kinder waren aus ihrem Grab genommen wurden, die Erde war ganz eben, ohne Unkraut. Es sah aus wie ein Stück Garten... Uns wurde erklärt dass wegen einem Maulwurf alles neu gemacht werden musste und dass wir Joep jetzt wieder neu begraben konnten. Er sollte jetzt ganz links liegen anstatt in der Mitte und das Grab neben ihm das schon 10 Jahre alt ist würde gar nicht mehr zurück kommen.
Ich fing also an sein Grab zu schaufeln, ich wusste gar nicht wie tief ich graben musste. Ich erinnerte mich daran dass wir die Kiste auf der Beerdigung selbst ins Grab setzen konnten und dann wusste ich plötzlich genau was ich zu tun hatte.
Ich grub und grub, es dauerte länger als ich dachte und auf einmal stieß ich auf einen alten Grabstein aus 1911. Es war der Grabstein für ein Baby und darauf stand in Deutsch dass das Baby tot geboren worden war. Irgendwie berührte es mich dass damals ein Baby mit so viel Liebe beerdigt wurde und es seinen eigenen Stein hatte. Wir stellten Joep in seinem Korb auf dieses Kindergrab.
Ende
Als ich an dem Tag am Friedhof vorbei fuhr rief ich Joep zu dass Mami ihn nie einfach so aus seinem Grab holen würde und dass er sich wirklich keine Sorgen machen müsse. Der Traum beschäftigte mich den ganzen Tag.
Meine Schwester WhatsAppte mir morgens dass auch sie in der gleichen Nacht von Joep geträumt hatte. In ihrem Traum war Joep ein hübscher kleiner Junge. Er war leicht behindert aber er klammerte sich wie ein Äffchen an meine Schwester und wollte immerzu kuscheln. Es war das erste Mal dass sie von Joep träumte.





